Die Antidiskriminierungsstelle im Interkulturellen Forum in Esslingen.

Man muss nicht allein bleiben mit der Diskriminierung

 

Die Antidiskriminierungsstelle Esslingen ist da, um Betroffene von Diskriminierung zu unterstützen, zu stärken und zu beraten.

Für wen sind wir da?

 

Für alle, die direkt oder indirekt von Diskriminierung betroffen sind.

 

Unser Beratungsangebot

  • Wir hören den Betroffenen zu
  • Wir stärken die Betroffenen, sich gegen Diskriminierung zu wehren
  • Wir informieren sie zu ihren Rechten
  • Wir entwickeln mit ihnen gemeinsame Handlungsstrategien

Unsere Grundsätze

  • Wir stehen auf der Seite der Betroffenen.
  • Wir behandeln das Gespräch vertraulich.
  • Wir handeln nach den Wünschen der Betroffenen.
  • Wir machen nur was Abgesprochen ist.

 

Die Beratung ist kostenlos.

 

Alle in Deutschland haben das Recht auf Gleichbehandlung

Gleichbehandlung ist ein Menschenrecht, das in Deutschlands Grundgesetz bestätigt ist. Leider ist das Recht noch nicht immer Realität. Viele Menschen zum Beispiel am Arbeitsplatz, im Alltags, in der Schule, bei Ämtern, in der Politik oder beim Sport von Diskriminierung betroffen. Diskriminierung hat starke negative individuelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen.

 

Seit 2006 schützt das Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Menschen mit bestimmten Merkmalen (ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter, Sexuelle Identität) vor Diskriminierung. In anderen Gesetzen ist zudem zum Beispiel sexuelle Belästigung oder Beleidigung unter Strafe gestellt.

 

Betroffene unterstützen und stärken

  • Unterstützung der Betroffenen durch eine individualisierte und qualifizierte Beratung
  • Stärkung der Menschen durch „Empowerment“-Workshops

Diskriminierung anerkannt und thematisiert machen

  • Anerkennung der verschiedenen Formen von Diskriminierung
  • Vertiefung des Verständnisses von individueller und struktureller Diskriminierung
  • Aufbau der Solidarität und des Veränderungswunsches in der Gesellschaft

               Gleichheit für alle einfordern

  • Abbau von ungleichen Chancen in der Gesellschaft
  • Veränderung der Gesellschaft durch die Entwicklung einer Gleichbehandlungskultur und -politik

 

Antidiskriminierungsstelle Esslingen
Im Interkulturellen Forum Esslingen e.V.
Maille 5-7
73728 Esslingen am Neckar
Tel: 0157 511 204 04

Sprechstunden: dienstags von 17 – 19 Uhr

antidiskriminierung@adg-esslingen.de

Was ist Diskriminierung?

 

Diese Frage soll bei uns in erster Linie nicht gestellt werden. Diskriminierung zeigt sich ganz unterschiedlich und wird in Deutschland in einem Gesetz, dem Antidiskriminierungsgesetz, als Benachteiligung wegen der Ethnie, der sexuellen Orientierung, der Religion, des Geschlechts, der Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alltags (§1, AGG) beschrieben. Im Alltag wird Diskriminierung häufig in Frage gestellt. Dies ist für Betroffene oft noch schlimmer als die eigentliche Diskriminierung. Bei uns soll das nicht der Fall sein. Wir stellen keine unangenehmen Fragen und glauben, dass die Erfahrung eine Diskriminierung war oder ist. Bei uns zählen Ihre individuelle Erfahrung und ihr Erlebnis.

 

 

Fühlen Sie sich diskriminiert?

 

Egal warum, unter welchen Gesichtspunkten und in welcher Form. Bei uns sind Sie richtig. Wir nehmen uns Ihrem Problem an und bewerten es nicht. Wir beraten und unterstützen Sie in ihrer Diskriminierungserfahrung. Wir begleiten Sie und lassen Sie nicht alleine.

 

 

Wie kann mir eine Antidiskriminierungsstelle helfen?

 

Menschen die diskriminiert werden, haben oftmals ein Gefühl der Hilflosigkeit oder sogar ein Gefühl der Ohnmacht. Sie wissen nicht an wen sie sich wenden sollen und wer Ihnen Hilfe leisten kann. Gelegentlich fühlen sie sich von der ganzen Welt nicht verstanden.

In unserer Antidiskriminierungsstelle bekommen Sie den Raum zu erzählen was Ihnen wiederfahren ist. Sie werden in Ihrem Problem ernst genommen und ihre Diskriminierungserfahrung wird niemals in Frage gestellt. Manchmal reicht ein Gespräch mit einer/einem professionellen/m Berater_in, das hilft zu verstehen, dass eine Diskriminierung vorliegt. Alleine das Verstehen und die Gewissheit nicht alleine zu sein, helfen vielen Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, ihre Hilflosigkeit zu überwinden. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, um für Ihr Problem eine Lösung zu finden.

 

Was passiert dann?

 

Jede Beratung verläuft individuell. Doch keine Beratung verläuft ohne Erfolg. Oftmals muss ein diskriminierendes Verhältnis nicht erst vor Gericht landen. Wir greifen auf verschiedene Methoden der Antidiskriminierungsarbeit zurück und haben Erfahrung in der Fallbegleitung. Wie wir vorgehen, werden wir mit Ihnen in einem Beratungsgespräch gemeinsam erarbeiten, und wir tun nur das, was Sie selbst wollen.

 

 

Was ist unser gesetzlicher Auftrag?

 

Wir beziehen uns direkt auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Im Gesetzestext des 2006 in Kraft getretenen Gesetzes heißt es: „Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der ‚Rasse‘1 oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen“ (§1 AGG). Um diesen Benachteiligungen entgegenzutreten, hat der Gesetzgeber neben den entsprechenden Gesetzen auch eine zentrale Antidiskriminierungsstelle des Bundes eingerichtet.

Wir wissen aber auch, dass Diskriminierung vielschichtig sein kann und dass nicht alle Formen der Diskriminierung durch das Gesetz miteinbezogen sind.

 

1 Im Gesetzestext ist „Rasse“ nicht in Anführungszeichen zu lesen. Wir gehen davon aus, dass „Rasse“ ein Konstrukt ist, das nicht existiert, sondern von der Mehrheitsgesellschaft konstruiert wird, um Unterschiede zu kennzeichnen. In der wissenschaftlichen Lektüre wird dieser Prozess, als „Rassialisierung“ oder „Rassifizierung“ bezeichnet.

 

 

Warum eine Antidiskriminierungsstelle in Esslingen?

 

In bilderbuchartigen Gegenden wie Esslingen, wo florierende Wirtschaft und verschiedenste kulturelle Vielfalt aufeinandertreffen, gibt es neben den zahlreichen Verwirklichungsmöglichkeiten der Bürger_innen auch Effekte des sozialen Ausschlusses, die sich im gesellschaftlichen Zusammenleben als Diskriminierung auswirken. Durch Diskriminierung werden Menschen in Gruppen und Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung ist verbunden mit der Nicht-Akzeptanz der diskriminierten Gruppe und führt zu einer Abwertung derselben. Diese Nicht-Akzeptanz kann sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen widerspiegeln und führt zu einer massiven Einschränkung und Behinderung der Entfaltung und der Selbstverwirklichung der betroffenen Bürger_innen u.a. in den Bereichen Bildung und Arbeit. Auf zahlreichen kritischen Veranstaltungen in Esslingen, wie auch auf Seminaren und Vorlesungen der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule, beschrieben verschiedene Menschen, dass sie in Esslingen diskriminiert werden und nicht wissen, an wen sie sich in ihren speziellen Anliegen wenden sollen. Typische Diskriminierungsmerkmale sind die zugeschriebene Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung beziehungsweise Identität, Behinderung und/ oder das Alter. Meistens existieren diese Merkmale nicht isoliert voneinander, sondern funktionieren in einem Gemenge, das besser als Mehrfachdiskriminierung oder ‚Intersektionaltiät‘ bekannt ist. Hierbei überschneiden sich im wörtlichen Sinn Diskriminierungsmuster, was zu erheblichen Behinderungen und Einschränkungen in der gesellschaftlichen Teilhabe führt. Diese Ausgangslage war unsere zentrale Motivation in Esslingen eine Antidiskriminierungsstelle zu gründen.

 

 

 

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